Erkältungsmythen: richtig oder falsch?

Heiße Zitrone hilft gegen grippale Infekte. Wirklich? Wenn man an den Füßen friert, ist das ein eindeutiges Zeichen, dass man krank wird. Sicher? Es ranken sich viele Mythen um Tipps, Ratschläge und Hausmittelchen, die viele schon mal gehört haben und manche eventuell auch anwenden. Es lohnt sich allerdings, hin und wieder genau zu recherchieren, welcher Inhaltsstoff was genau auslöst. So ist Ingwer zwar sehr gesund, wird aber primär nicht bei grippalen Infekten eingesetzt.

 

Frau mit Tee auf der Couch

Hilft heisser Tee mit Zitrone bei grippalem Infekt? Foto Copyright: katrinleu – Fotolia.com

 

Hier eine Auswahl an Erkältungsmythen. Sie werden überrascht sein.

1. Man kann einen grippalen Infekt im Anfangsstadium auch „herausschwitzen“.

Richtig.Wenn man sich über Nacht dick anzieht und in viele Decken einkuschelt, wird durch die Wärme das Immunsystem aktiviert. Die Ruhe unterstützt diesen Effekt.

2. Bei grippalen Infekten: Heiße Zitrone mit Honig trinken (ca. 50–60 °C).

Richtig und falsch. Das Vitamin C und die Enzyme aus dem Honig helfen eigentlich besser VOR einem grippalen Infekt, wenn um einen herum gekränkelt wird. Wenn man bereits krank ist, regt jedoch die Wärme des warmen Getränks die Durchblutung der Schleimhäute an. Vitamin C optimiert das Immunsystem.

3. Grippale Infekte und Grippe sind das Gleiche.

Falsch. Beachten Sie dafür die Unterschiede zwischen Grippe und grippalen Infekten.

4. Während eines grippalen Infekts sollte man sich warm halten.

Richtig. In der Erkältungszeit ist alles gut, was warm hält. Also durchwärmende Tees trinken (z.B. Holunder, Salbei, Eibisch) und auch mit dicken Pullis und Decken warm halten.

5. Bei grippalen Infekten: viel Vitamin C zu sich nehmen.

Bedingt richtig. Die Menge an Vitamin C, die der Körper benötigt, ist weniger als landläufig empfohlen wird (empfohlen: ca. 1 g/Tag, wir brauchen: ca. 200 mg/Tag). Trotzdem ist Vitamin C wichtig für den Körper, da es beispielsweise die Aufnahme von Eisen fördert, die Wundheilung anregt und für die optimale Funktion des Immunsystems sorgt.

6. Man sollte während eines grippalen Infekts den Partner nicht küssen.

Richtig und falsch. Stimmt, weil dabei die Erreger übertragen werden. Gleichzeitig wird bei intensivem Küssen das Immunsystem durch Glückshormone gestärkt.

7. Viel Schlafen hilft bei grippalen Infekten.

Richtig. Nichts stärkt das Immunsystem so nachhaltig wie mindestens 6,5–8 Stunden tiefer und entspannter Schlaf.

8. Bei grippalen Infekten: Warmer Ingwer-Tee hilft am besten.

Richtig und falsch. Warmer Tee ist immer gut, weil er für eine gute Durchblutung sorgt. Ingwer ist eigentlich ein Magenmittel, das die Verdauungstätigkeit fördert. Gleichzeitig besitzt Ingwer antivirale Eigenschaften. Wärmende Tees sind nie verkehrt und im Grunde auch Geschmackssache.

9. Ein grippaler Infekt dauert mit Medikamenten 2 Wochen und ohne Medikamente 14 Tage.

Falsch. Ein grippaler Infekt braucht zwar immer eine gewisse Zeit, um vollständig auszuheilen, allerdings gibt es naturheilkundliche Medikamente wie Gripp-Heel, die immunstimulierend wirken und daher nachweislich die Dauer eines grippalen Infekts verkürzen können.

10. Wenn man an den Füßen friert, erkältet man sich schneller.

Richtig. Über Reflexzonen vermindern kalte Füße die Durchblutung der Nasenschleimhaut.

 

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